Der Nabel Ihres Babys – eine innige Verbindung

Während der Schwangerschaft verbindet die Nabelschnur Mutter und Kind und stellt die Versorgung des kleinen Menschleins sicher. Nach der Geburt wird die Verbindung getrennt, der Nabel wird zur offenen Wunde, die einer besonderen Pflege bedarf. Viele frischgebackene Eltern sind unsicher, wie sie die Nabelpflege angehen sollen und was gerade beim Anlegen der Windel zu beachten ist. Doch keine Angst vor dem Nabelstumpf: Wir haben Ihnen hier die wichtigsten Informationen zusammengestellt und erläutern Ihnen, wie Sie Babys Nabel richtig pflegen.

Der Nabel Ihres Babys – eine innige Verbindung

Der Bauchnabel ist die Stelle, an der das heranwachsende Kind im Mutterleib mit der mütterlichen Plazenta verbunden ist. Während der Schwangerschaft ist das Baby über die Nabelschnur an den Blutkreislauf der Mutter angeschlossen und erhält darüber alle notwendigen Stoffe, die es für die Entwicklung braucht – Blut, Sauerstoff und Nährstoffe.

Nach der Geburt klemmt die Hebamme die Nabelschnur an zwei Stellen mit einer Nabelklemme ab, um sie anschliessend zwischen diesen beiden Punkten durchzuschneiden. Liegt kein medizinischer Grund vor, muss das nicht unbedingt sofort passieren. Die Nabelschnur kann auch auspulsieren und das Baby in dieser Zeit mit weiterem Blut versorgen.

Direkt nach der Geburt: Nabelpflege bei Neugeborenen

Durch das Abtrennen der Nabelschnur ist eine offene Wunde entstanden, die sich dank umsichtiger Nabelpflege beim Neugeborenen nach einigen Tagen verschliesst. Die Pflege unmittelbar nach der Entbindung besteht in der Desinfektion der Stelle. Danach deckt die Hebamme die Wunde meist mit einer Kompresse oder einem Nabelpflaster ab. Dadurch können keine Keime in den Nabelstumpf eindringen.

Wann fällt die Nabelschnur bei Babys ab?

Nach der Geburt dauert es ein paar Tage, bis der Nabelschnurrest abfällt – rund fünf bis zehn Tage. Das bedeutet, dass sich die Blutgefässe im Nabel verschlossen haben und der Nabelschnurrest eingetrocknet ist.

Umsichtige Nabelpflege beim Neugeborenen verhindert, dass es zu Blutungen kommt. Auch Entzündungen an der empfindlichen Stelle beugt die Pflege vor.

Arten der Nabelpflege

Nach dem Kappen der Nabelschnur und zu Hause angekommen, sind Sie als Eltern für die Nabelpflege Ihres Babys verantwortlich, natürlich unterstützt von Ihrer Hebamme.

Um den Nabel Ihres Babys zu pflegen, gibt es verschiedene Möglichkeiten – jede Hebamme handhabt das anders. Ein Überblick:

Natürliche Nabelpflege

Die natürliche Nabelpflege bedeutet, dass der Nabel des Babys keine gesonderte Pflege erfährt. Vielmehr heilt die Stelle ganz natürlich ab. Auf eine Desinfektion sowie eine Behandlung mit Puder oder das Abdecken mit einer Kompresse wird beim Baby verzichtet. Dadurch gelangt viel Luft an den Nabel, die den Heilungsprozess beschleunigt. Absonderungen, die in dieser Zeit entstehen, tupfen Sie vorsichtig mit einem Wattestäbchen oder einem Papiertuch ab.

Abdeckende Nabelpflege

Bei dieser Form der Nabelpflege bei Neugeborenen befindet sich der Nabel des Babys während des Heilungsprozesses innerhalb der Windel. Deshalb dürfen die Windeln Babys Po nur locker umschliessen, damit sich kein Druck aufbauen kann und Verletzungen entstehen. Den Nabel pflegen Sie beim Baby am besten, indem sie ihn mit einer Kompresse verbinden, um ihn vor Keimen zu schützen.

Offene Nabelpflege

Bei der offenen Nabelpflege liegt der Bauchnabel des Babys frei. Die Windel schliesst unterhalb des Nabelstumpfes ab. Auch hier empfiehlt es sich, den Nabel mit einer Kompresse abzudecken.

Wie den Nabel beim Baby pflegen?

Bei der Nabelpflege von Neugeborenen geht es darum, den Nabel trocken zu halten. Daher reicht es vollkommen aus, ihn sich bei der Babypflege genauer anzuschauen. Tritt Flüssigkeit aus, ist das kein Grund zur Besorgnis – einfach mit einem sauberen Tuch trocken tupfen.

Weil sich im Bauchnabel keine Nerven befinden, brauchen Sie nicht zu befürchten, dass Ihr Baby bei der Pflegeprozedur Schmerzen empfindet.

Hauptsache trocken: Womit den Nabel beim Baby pflegen?

Für die Nabelpflege eignet sich eine Kompresse. Sie fängt austretende Flüssigkeit auf. Gleichzeitig lässt sie ausreichend Luft an den Nabel und die ihn umgebende Haut. Dadurch kann der Nabelschnurrest schnell austrocken und fällt nach wenigen Tagen ab.

Puder beschleunigt die Heilung. So manche Hebamme schwört auf diese Art der Pflege nach der Geburt. Dadurch wird der Bauchnabel schneller trocken.

Aber auch ein paar Tropfen Muttermilch wirkend pflegend.

Wie oft den Nabel beim Baby pflegen?

So lange der Bauchnabel des Babys normal aussieht und riecht, läuft alles korrekt ab. Es genügt, wenn Sie ihn sich bei jedem Windelwechsel genauer ansehen. Passen Sie beim Wickeln auf, dass die Windel nicht am Stumpf reibt.

Lange war die Meinung verbreitet, nach der Geburt mit dem ersten Bad zu warten, bis der Rest der Nabelschnur abgefallen ist. Heute rücken viele Hebammen von dieser Vorstellung ab. Wichtig nach dem Baden ist es jedoch, den Nabel gut abzutrocknen. Von Cremes, Ölen oder Lotions sollten Sie in der Bauchnabelregion allerdings Abstand nehmen. Diese Art der Baby-Hautpflege weicht das Gewebe unnötig auf.

Wie lange Nabelpflege betreiben?

Kurz nach der Geburt bis zum Abfallen des Nabelschnurrest sollten Sie dem Nabel besondere Pflege zukommen lassen. Mit der Zeit verfärbt sich der Rest der Nabelschnur schwarz und trocknet aus. Dann fällt er bald ohne jegliches Zutun von allein ab. Dabei kann eine leichte Schmierblutung entstehen. In den ersten Tagen nässt die Wunde manchmal noch ein wenig, oft tritt ein wenig Wundsekret aus. Das ist aber vollkommen normal. Informieren Sie am besten Ihre Hebamme, die Wunde selbst tupfen Sie mit einem Wattepad ab. Den Heilungsprozess können Sie unterstützen, indem Sie an die Stelle viel Luft lassen.

Den Nabel sorgsam pflegen und ihm Aufmerksamkeit schenken sollten Sie nicht nur beim Neugeborenen kurz nach der Geburt, sondern bis weit ins Kleinkindalter hinein. Denn auch bei einem kleinen Kind können noch leicht Entzündungen auftreten. Deshalb braucht es dafür wie bei der Kinder-Zahnpflege aufmerksame Eltern.

Komplikationen am Nabel – dann sollten Sie zum Arzt

Folgende Symptome sind Anzeichen einer Infektion. Treten sie bei Ihrem Baby auf, sollten Sie mit Ihrem Baby zum Arzt:

  • Der Nabel beginnt, unangenehm zu riechen.
  • Um den Bauchnabel rötet sich die Haut und/oder schwillt an.
  • Ihr Baby weint bei der Pflege des Bauchnabels ohne ersichtlichen Grund.

Hygiene bei der Pflege vom Baby-Nabel

Kurz nach der Geburt stellt der Baby-Nabel eine Wunde dar, die umsichtig umsorgt werden will. Deshalb sollten Sie auf höchste Hygiene achten.

  • Waschen Sie sich gründlich die Hände, bevor Sie den Nabel vom Baby berühren.
  • Achten Sie darauf, dass beim Wickeln weder Urin noch Stuhl mit dem Baby-Nabel in Berührung kommen.
  • Verunreinigungen des Nabels reinigen Sie am besten mit Wasser und einer milden Seife. Anschliessend tupfen Sie ihn trocken.
  • Der Rest der Nabelschnur fällt von ganz allein ab. Helfen Sie dabei nicht nach! Mit jeder Berührung erhöht sich das Infektionsrisiko.